Ich will laufen – Was brauche ich überhaupt?

/ von Nela / 4 Kommentare zu Ich will laufen – Was brauche ich überhaupt?

Manchmal wird der Eindruck vermittelt, dass der Einstieg ins Laufen nur mit dem dazu passenden Equipment gelingt. Erstmal muss natürlich eine Laufuhr her. Ohne Training im optimalen Pulsbereich werden doch keine Fortschritte gemacht… Aber ohne neue tolle Funktionskleidung? Auch das wird gerne mal als absolut notwendig dargestellt. Sehen und gesehen werden…

Das tolle am Laufsport ist doch, dass es ein Sport ist, der keine große Ausrüstung bedarf und eigentlich auch ganz minimalistisch ist. Schuhe an und einfach loslaufen. Ok, man braucht Schuhe. Das war’s aber fast schon. Aber selbst bei der Kleiderwahl besteht großer Spielraum. Da reicht doch erstmal das, was der Kleiderschrank an alter Sportklamotte irgendwie hergibt.
Wer natürlich gerne in Ausrüstung investieren will, darf das natürlich tun. Daher gibt in diesen Artikel einen kleinen Überblick.

Schuhe
Über Schuhe lässt sich nicht diskutieren. Ein passender Schuh muss sein!
Schuhe müssen nicht teuer sein. Vorjahresmodelle sind deutlich günstiger als aktuelle Modelle.
Ein Schuh ist nicht gleich Schuh. Das erste Unterscheidungsmerkmal ist hier die Pronationsstütze. Bedeutet, besitzt der Fuss ein eher neutrales Abrollverhalten oder knickt dieser bei Belastung nach aussen(Unterpronation) oder innen(Überpronation) weg. Das hat übrigens nichts mit Fehlstellungen zu tun, sondern ist ein natürliches Verhalten. Je nachdem, ob man über- oder unterproniert, sollte auch der Schuh gewählt werden damit der Fuss entsprechend untersützt werden kann. Aber auch mit einem neutralen Schuh wirst Du nichts falsch machen. Eine Beratung in einem Laufladen lohnt sich aber immer, wenn man unsicher ist!
Zweites wichtiges Merkmal ist die Dämpfung. Die Dämpfung minimiert die Kräfte, die beim Aufprall des Fußes auf den Muskel- und Sehnenapparat einwirken. Hier gibt es Barfuss- und Minimalschuhe mit relativ geringer Dämpfung als Schuhe mit starker Dämpfung. Stärker gedämpfte Schuhe empfinde ich immer als etwas beschwerlich und wenig wendig. Zumal mir da das ‚Bodengefühl‘ verloren geht. Aber das ist auch Geschmacksache. Das waren aber nur zwei Faktoren. Aber zwei die ich als relativ wichtig erachte.

Tipp von mir: wenn Du einen Schuh anprobierst und dich schon da drin Zuhause fühlst, kaufen. Wenn sich irgendwas komisch anfühlt dann eher nicht. Bei Anschaffung eines unbekannten Modells bin ich kein Fan von Onlineshopping. Ich bin mir sicherer, ob ein Schuh zu mir passt, wenn ich ihn auch anfassen kann. Produktbeschreibungen sind immer nur die halbe Wahrheit.
Meine Einsteiger-Empfehlung: der Asics DS Trainer 21. Geht für eigentlich alles. Von intensiven Tempotraining bis hin zum Marathon.

Kleidung
Funktionskleidung ist natürlich super. Sie hilft dabei, den Schweiss von der Haut zu transportieren, trocknet sehr schnell und ist auch wenn etwas durchfeuchtet angenehmer zu tragen. Hier muss aber genauso wenig auf Nike und Konsorten zurückgegriffen werden. H&M, Tchibo oder gar Discounterware sind nicht weniger gut und deutlich günstiger.
Selbst wer noch gar nichts hat, muss anfangs noch nichts im Klamotten investieren. Das Baumwollshirt und die Jogginghose wird auch Dich ans Ziel führen.

Stoppuhr
Für alle diejeniegen interessant, die die Dauer ihres Laufes festhalten möchten. Die Streckenlänge muss dann aber trotzdem noch gemessen werden, sofern das wichtig ist. Es brauch für den Anfang keine teuere Laufuhr sein.
Ich finde es aber eine super Möglichkeit, Fortschritte völlig unabhängig von einer Streckelänge festzuhalten. Gerade als Anfänger sollten doch die Pace (Min/Km) nicht wichtig sein und du solltest einfach laufen. Warst du auf deiner Hausstrecke schneller als letztes Mal, prima!

Laufuhr
Laufuhren haben dann auch natürlich so nette Features wie GPS, Geschwindigkeitsmessung, Pulsmessung oder das Einstellen verschiedener Trainingsprogramme. Sie sind aber auch eine teure Anschaffung für einen Anfänger, der nicht weiss, ob er dabei bleibt. Alternativen wären hier natürlich die Stoppuhr oder das Smartphone.
Letzlich ist es auch eine Frage, ob das Messen von Strecke, Puls und Zeit für einen selbt überhaupt wichtig ist. Der reine Genusslaüfer wird wohl ohne super zurecht kommen. Der läuft auch nur, weil er laufen möchte. Wer sich definitiv noch leistungsorientiert ausrichten möchte, für den ist es eigentlich unabdingbar. Ich nutze die Polar M400 und bin damit auch sehr zufrieden.

Tracking mit Smartphone
Ist natürlich das mittel der Wahl, wenn Stoppuhr oder Laufuhr aus dem Rennen sind. Ich selber habe Jahre lang Runtastic benutzt und bin damit gut zurecht gekommen. Gibt natürlich deutlich mehr Apps. Probiert dich durch… Runtastic besitz auch ein Audiofeedback und aktuelle Kilometer und Geschwindigkeit werden über die Kopfhörer ausgegeben. Das kann nach eigenen Vorlieben eingestellt werden.

Und sonst?
Wer sich dazu entschlossen hat, dass Smartphone auf seine Läufe mitzunehmen, sollte sich für die jackenlose, und somit auch taschenlose Zeit eine Armtasche zulegen. In der Hand hat das nichts zu suchen und wirkt sich zudem negativ auf den Laufstil aus. Es lenkt ab und stört zudem auch.

Versteift euch anfangs nicht darauf, fancy Ausrüstung anzuschaffen. Das wichtigste ist ein geeignetes Paar Schuhe, Shirt und
Jogginghose wird jeder doch noch irgendwo haben. Wichtig ist nur loszulegen und einfach zu laufen und das Laufen nicht von der Verwendung diverser Errungenschaften abhängig zu machen.

Keep on running!

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4 Kommentare

  1. Super Artikel, auf jeden Fall sehr informativ 🙂
    Also, fürs Shoppen bin ich ja immer zu haben, aber fürs Laufen…… Naaaja 😛 Renne nicht gerne irgendwo hin, ohne dass ich ein Ziel habe. Und mit hohen Schuhen 5mal pro Woche auf den Zug rennen passt ja schon ganz gut, würde sagen: mein Fitness pro Woche habe ich dadurch abgedeckt ^^

  2. Ich bin lange Zeit gelaufen. Und ja man braucht eigentlich wirklich nichts, außer guten Schuhen und nicht zwickender Kleidung.
    Inzwischen liegt hinter mir eine lange Pause, aber da ich mich in einem Fitnessstucio angemeldet habe werde ich dort gerne auch das Laufband nutzen – da kann man sich Stoppuhren etc auch sparen. Ergebnisse in ein Notizheft eintragen und fertig.

    Gruß und Kuss,
    PiusLucius

  3. Hallo Nela,
    guter Übersichtsartikel. Motiviert mich dazu, auch mal wieder loszulaufen :D.
    ich nehm auch immer mein Smartphone mit, weil ich während des Laufens Pokemon ausbrüte 😉
    Ich hab mir eine Bauchtasche zugelegt, die waren in den 90er Jahren mal modern, dann out, aber da paßt ein Etui mit Sonnenbrille rein, das Smartphone und auch Tempos. Für mich stört es nicht groß beim Laufen.

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